Bislang hat die Deutsche Bahn das S-Bahnnetz für den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr betrieben.Nach einem langen Streit um Geld und Qualität ist diese Zusammenarbeit nun aufgekündigt worden
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Doch der VRR verteidigte die Laufzeit des S-Bahn-Abkommens damit, dass die Bahn AG quasi als Gegenleistung für 400 Millionen Euro 84 neue S-Bahnzüge kaufen würde. Außerdem, so pries der VRR den Vertrag, habe man 13 Qualitätskategorien als verbindliche Standards vereinbart, die deutlich höhere Anforderungen an die Bahn stellten als bisher. Den Fahrgästen wurde eine neue Bahnwelt versprochen: Mangelnde Pünktlichkeit und Kundeninformation - seit Jahrzehnten Ärgernis Nummer eins im Ruhr-Nahverkehr - sollten bald Vergangenheit sein. Beim Thema Service und Sicherheit in den S-Bahnen wurde vereinbart, dass die Züge nach 19 Uhr fortan durch Sicherheitskräfte begleitet würden. Insgesamt stellte der Vertrag einen Wert von sechs Milliarden Euro dar.
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Auf einzelnen S-Bahnlinien lag die Pünktlichkeit zeitweise unter 70 Prozent - vertraglich gefordert waren 90 Prozent. Ein Jahr später hieß es im “Qualitätsbericht für 2007″: Die Werte bei Pünktlichkeit und Zugausfällen hätten sich insbesondere bei der Bahn AG weiter verschlechtert.
Der VRR reagierte mit Strafaktionen und hält seit über einem Jahr bei seinen Zahlungen an die Bahn jeden Monat eine Million Euro zurück. Doch plötzlich war dem Verbund auch der gesamte Verkehrsvertrag ein Dorn im Auge. Er fühlte sich über den Tisch gezogen, weil die Bahn für ihre Leistungen Summen erhielt, die nach Ansicht der Verbund-Manager jährlich um 45 Millionen Euro über den Marktpreisen lagen. Das war vor einem Jahr. Und seitdem herrscht zwischen VRR und DB-Regio eine Art Kriegszustand, der gestern in der Vertragskündigung gipfelte.
Aus der Politik kam fast nur Zustimmung. Es könne nicht so weitergehen, hieß es aus der Opposition von Grünen und SPD, dass die Bahn im Regionalverkehr NRW die bundesweit höchsten Gewinne einfahre, aber die Fahrgäste an Rhein und Ruhr wie Kunden dritter Klasse behandelt. Ausgefallene Züge, kaputte Türen, zu wenige Sicherheitsleute seien nur die Spitze des Eisberges der nicht erbrachten Bahnleistungen. Auch die CDU zeigte Verständnis für den VRR. Vor dem Hintergrund, dass durch das Land NRW geförderte Züge in Sachsen eingesetzt wurden, müsse verstärkt darauf geachtet werden, dass die Bahn ihre Verpflichtungen einhalte.
// Es kann ja eigentlich nur besser werden, schonmal mit der S1 gefahren? Eine Katastrophe^^
Quelle: DerWesten Teil 1, DerWesten Teil 2